Die Höhlen stammen aus der Zeit zwischen 6. Jahrhundert v. Chr. und dem 8. Jahrhundert n. Chr. und wurden hauptsächlich von Buddhisten dort angelegt. Es gibt allerdings auch hinduistische und jainistische Höhlen, die entstanden, als der Buddhismus aus Indien verschwand. In Ajanta findet man vor allem Zeichnungen an den Höhlenwänden, die teilweise sehr detailliert und unglaublich plastisch sind. Man kann sich gar nicht vorstellen, dass man damals schon so zeichnen konnte. Auch Farben, die aus allen möglichen natürlichen Rohstoffen hergestellt wurden, hat man dort benutzt.
In Ellora sieht man vor allem steinhauerische Kunstwerke und weniger Zeichungen. Die tollste und berühmteste Höhle dort wurde aus einem Felsen nach unten gehauen und enthält ganz viele dekorative Ornamente und Figuren. Ich werde unten ein Bild von dieser Kailash Höhle anhängen.
An zwei Tagen besichtigten wir diese Höhlen und verbrannten fast unter der prallen Sonne. In Ajanta wehte kein Lüftchen, das uns ein wenig erfrischt hätte und so blieb kein Hemd und keine Bluse trocken. Dafür wurden wir am Abend jeweils königlich belohnt mit der besten Erfrischung, die man sich wünschen kann: ein himmelblauer, kühler und von Palmen umstandener Pool! Klar, in einem 5-Sterne-Luxushotel erwartet man ja auch nichts anderes :) Wenn ich euch jetzt erzähle, dass wir für das Hotel keine Rupee zahlen mussten, sondern dass das Geld dafür wohl hauptsächlich aus euren Taschen, nämlich denen der deutschen Steuerzahler kam, würdet ihr mir sicher an die Gurgel gehen wollen, jetzt sofort, oder?! Ein Glück sitze ich in Pune und ziemlich weit weg... Den Pool jedenfalls haben wir bis zum Maximum ausgenutzt. Wir erfanden ein Spiel, dass entweder Frugby (Frisbee und Rugby vereint) oder "Pool und Todschlag" genannt werden kann. Es gibt zwei Team und das Ziel ist es, wie beim Rugby, die Frisbee bis hinter eine bestimmte Linie zu bringen. Das Ganze findet, klar, im Wassser statt und ähnlich hart wie beim Rugby ging es bie uns zu... Irgendwann sah die Frisbee eher aus wie ein gerolltes Blatt, hatte auch keine gerade Flugbahn mehr und die Spieler litten unter diversen Kratzern und blauen Flecken am ganzen Körper. Aber es machte unheimlich viel Spaß und wir spielten jeden Tag so ca. 2 Stunden lang.
Ich weiß nicht, wie viele von euch schon mal in einem 5-Sterne-Hotel waren, aber mein Fazit ist: so kann man es aushalten :) Weiche, weiße Betten, Klimaanlage, Terrasse, ein schönes Bad, alles so Dinge, die wir hier in unserer Wohnung nicht wirklich besitzen und auch deshalb fühlten wir uns wie im Himmel.
Den letzten Vormittag verbrachten wir komplett an und im Pool sowie im Fitness-Studio, das direkt auf den Pool blickte.
Am Abend versammelten wir uns auch um den Pool und spielten Gitarre, sangen und quatschen über dies uns das. Unsere Gruppe ist sehr heterogen, aber trotzdem verstehen wir uns super. Leider mussten wir uns am letzten Tag von Lara, unserem Kücken, verabschieden. Sie konnte leider wegen ihres Studiums nur 5 Wochen dabei sein und ist heute morgen zurück geflogen. Das war schon echt traurig, vor allem weil wir ja immer so viel miteinander unternommen haben. Lara, falls du das hier liest: Wir haben dich schon gestern vermisst, als es im Bus hieß: "Jetzt bitte die Koregaon-Park Leute aussteigen! Sabitha und Anjuli!"... und Lara!!! Ach nee, die ist ja schon weg...och Menno! Wirklich schade, dass du schon fliegen musstest, aber wir denken an dich und werden dich würdig vertreten hier.
Am zweiten Tag besichtigten wir neben den Höhlen noch ein Fort, eine Befestigungsanlage und das "Baby Taj", also das Taj Mahal im Kleinformat. Wow, war das toll. Ich habe das Taj Mahal ja noch nicht gesehen, aber war unglaublich beeindruckt von der kleinen Version. Unten gibt es ein Bild.
Der Ausflug nach Ajanta und Ellora gehörte übrigens zu unserem Geschichts-Modul. Wir haben jede Woche ein anderes Thema, das wir dann von möglichst vielen Seiten beleuchten. Am Anfang war es Soziologie, dann Recht und jetzt Geschichte. Morgen fängt Wirtschaft an, was die meisten von uns ja gar nicht mögen :/
Komischerweise gibt es in unserer Gruppe gar nicht so viel reine Wirtschaftswissenschaftler. Die meisten sind doch eher aus den Geisteswissenschaften, was mich am Anfang echt gewundert hat.
Wir sind jedenfalls gespannt, wie es weitergeht.
Ajanta und Ellora war so eine Art Bergfest, die Hälfte der Zeit ist vorbei! Unglaublich, wie schnell das immer geht...
Jetzt müssen wir die Zeit nutzen so gut es geht.
Heute hat unser Tanzkurs angefangen: 8 Stunden brauchen wir, um einen bestimmten Volkstanz zu erlernen, den wir dann nächste Woche bei einem Festival tanzen können zusammen mit der ganzen Masse, wir sind gespannt :)
Soweit von mir. Ich schicke euch ganz viele Grüße nach Deutschland und drücke euch ganz fest.
Lasst mal was hören
Krissi
Hier noch ein paar Bilder aus Ajanta und Ellora:
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